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Innovation durch Inklusion: Der neue Trend zum „Inklupreneurship“

Bei Innovationskraft denken viele an Künstliche Intelligenz, 3D-Druck oder an agile Arbeitsmethoden – aber an Inklusion?  Soziale Innovationen sind in vielen Köpfen immer noch eher ein „nice to have“ als eine Grundlage für erfolgreiche Geschäftsmodelle.

Inklusion als „Purpose“ und Wachstumschance

Doch immer mehr Gründer:innen streben mit ihren Geschäftsideen nicht mehr nur nach Profit; sie wünschen sich „Purpose“, Sinnhaftigkeit und wollen einen konkreten Beitrag leisten zu einer sozialen und ökologischen Transformation der Gesellschaft. Die Förderung von Diversität und Vielfalt spielt dabei eine entscheidende Rolle – und birgt darüber hinaus gerade für Gründer:innen und Startups konkretes Wachstumspotenzial. Soziale Startups und „Social Entrepreuneurship“ liegen damit voll im Trend und dürften in Zukunft nicht nur maßgeblich zu mehr Gemeinwohl und einer inklusiveren Gesellschaft beitragen, sondern sich auch erheblich auszahlen.

Zielgruppe mit immensem Potential   

Denn in Deutschland leben laut Statistischem Bundesamt inzwischen mehr als 10 Millionen Menschen mit Behinderung. Gerade bei älteren Menschen entwickeln sich körperliche Einschränkungen erst später im Leben, weswegen die Zahl aufgrund des demografischen Wandels voraussichtlich weiter steigen wird. Menschen mit Behinderung stellen demnach eine wachsende und bislang noch weitgehend unentdeckte Zielgruppe dar, zu der schon heute rund jeder achte Mensch in Deutschland gehört. Der Markt für barrierefreie Produkte und Dienstleistungen besitzt damit ein immenses Potenzial, das gerade Gründer:innen nicht leichtfertig außer Acht lassen sollten.

Vielfalt schafft Kreativität und Innovation

Und mehr noch: In den vergangenen Jahren belegen immer neue Studien, dass diverse und inklusive Teams Unternehmen erfolgreicher machen können: Vielfalt im Team geht einher mit unterschiedlichen Sichtweisen, Erfahrungen und Kompetenzen. Das fördert den Austausch und bringt kreative Ideen und Innovationen voran. Befragungen zeigen auch, dass Bewerber:innen immer öfter angeben, dass sie Unternehmen mit diversen Teams deutlich bevorzugen. Wer dem aktuellen Fachkräftemangel also wirksam begegnen möchte, muss ebenfalls beim Thema Inklusion und Diversität ansetzen.

Inklusion als Geschäftsmodell

Inklusion ist aber längst im Kern von Geschäftsmodellen angekommen, wie zahlreiche junge Startups bewiesen haben. So setzen sehbehinderte Frauen im Unternehmen „discovering hands“ aus Hamburg ihren besonders ausgeprägten Tastsinn zur Früherkennung von Brustkrebs ein. Bei „auticon“ arbeiten Menschen im Autismus-Spektrum als IT-Berater für komplexe Entwicklungsprojekte. Und es werden immer mehr. 

Neue „Inklupreneur:innen“ gesucht

Dass Inklusion in der Startup-Szene längst zum Trendthema geworden ist, zeigt auch die im Sommer 2021 gegründete Initiative „Inklupreneur“ aus Berlin. Sie möchte innerhalb des Startup-Ökosystems neue Kooperationen ermöglichen, um  inklusive Strukturen in Unternehmen langfristig aufzubauen und Menschen mit Behinderung in attraktive Jobs zu bringen.

Denn gerade der Einstieg in den Arbeitsmarkt stellt Menschen mit Behinderung oft vor große Herausforderungen. Laut dem statistischen Bundesamt waren in den vergangenen Jahren nur 57 Prozent der Menschen mit einer Schwerbehinderung zwischen 15 und 64 Jahren überhaupt erwerbstätig oder suchten nach einem Job. Dabei können Menschen mit Behinderung gerade bei der Entwicklung, Vermarktung und dem Vertrieb barrierefreier Produkte oder Dienstleistungen in Zukunft zu einem echten Erfolgsfaktor für Startups und junge Unternehmen werden, da sie wertvolles, zielgruppenspezifisches Know-How besitzen.

Gründer:innen und Startups sind also aufgerufen, Inklusion von Anfang an in ihre Geschäftsmodelle einzubeziehen. Denn Inklusion fördert Innovation, Wachstum und trägt bei zu einer inklusiveren Gesellschaft!

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