Potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger bestehender Handwerksbetriebe können demnächst eine Förderung in Höhe von bis zu 20.000 Euro beantragen. Damit setzen die Stadt Frankfurt und die Handwerkskammer ihre gemeinsame Strategie zur Sicherung des Handwerksstandorts fort. Erst jüngst hatte die Stadt die Fortschreibung des Entwicklungsprogramms Frankfurter Handwerk auf den Weg gebracht.
Die Stadt Frankfurt am Main unterstützt im Jahr 2026 Nachfolgen im Handwerk mit einer finanziellen Förderung. Die entsprechende Vorlage des Magistrats wurde am 5. März 2026 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Das Ziel der Förderung ist, einen Anreiz für Unternehmensübernahmen in Frankfurt zu setzen und den Bestand an Handwerksbetrieben in der Stadt langfristig zu sichern. Die maximale Gesamtförderung pro Betriebsnachfolge beträgt 20.000 Euro.
Die neue Richtlinie stärkt den Wirtschaftsstandort Frankfurt, indem sie Arbeits- und Ausbildungsplätze im Handwerk sichert und das handwerkliche Serviceangebot für die Bürgerinnen und Bürger aufrechterhält. Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst: „Mit dem Frankfurter Nachfolge-Programm setzen wir ein klares Signal für die Zukunft des Handwerks in Frankfurt am Main. Viele Betriebe stehen vor einem Generationenwechsel. Unser Ziel ist es, dass erfolgreiche Unternehmen fortgeführt werden können und wertvolles Know-how sowie Arbeits- und Ausbildungsplätze in unserer Stadt erhalten bleiben. Gleichzeitig eröffnen wir jungen Meisterinnen und Meistern die Chance, einen eigenen Betrieb aufzubauen. Wer Verantwortung für Mitarbeitende und sein Gewerk übernehmen möchte, findet in Frankfurt beste Voraussetzungen. Die Unternehmensnachfolge darf nicht am finanziellen Rahmen scheitern – deshalb unterstützen wir Übernehmerinnen und Übernehmer ganz konkret bei diesem wichtigen Schritt.“
Finanzielle Unterstützung vom Kaufpreis bis hin zur Modernisierung
Handwerkerinnen und Handwerker, die einen Betrieb übernehmen, können den Antrag für den nicht rückzahlbaren Zuschuss beim Wirtschaftsdezernat stellen. Die Förderung können sie für die verschiedene Zwecke und Maßnahmen beantragen: für einen Zuschuss zum Kaufpreis, für übernommene oder neu geschaffene Arbeits- sowie Ausbildungsverhältnisse, für Investitionen in die Modernisierung sowie Digitalisierung des Betriebs und Qualifizierungsmaßnamen der Führungsperson. Voraussetzung für den Zuschuss ist unter anderem ein Firmensitz des zu übernehmenden Betriebs in Frankfurt und außerdem die Teilnahme an einem Beratungsgespräch mit der Betriebsberatung der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main.
„Zu einem lebens- und liebenswerten Frankfurt gehört das Handwerk: Wir sind ein leistungsstarker Teil der Wirtschaft, wir bieten jungen Menschen Ausbildungs- und Karrierewege und wir sind zur Stelle, wenn die Heizung kaputt ist oder man eine neue Brille braucht. Das Handwerk ist relevant für die gesamte Gesellschaft. Die Förderung der Übernahme von bereits etablierten Betrieben durch nachfolgende Handwerker-Generationen in Frankfurt ist deshalb eine folgerichtige Entscheidung und sichert so auch die Zukunft des Handwerks in Frankfurt. Betriebe werden weitergeführt und Handwerkerinnen und Handwerker bekommen dabei Unterstützung, mutig Verantwortung zu übernehmen. Wir als Handwerkskammer begleiten den Wandel im Betrieb durch unsere Beratung, von Digitalisierung bis hin zu Marketing“, so die Präsidentin der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, Susanne Haus.
Nachfolgeförderung als Teil des Entwicklungsprogramms Frankfurter Handwerk
Das Thema Nachfolgeförderung ist ebenfalls Teil des jüngst auf den Weg gebrachten Entwicklungsprogramms Frankfurter Handwerk. In diesem bekennt sich die Stadt zur langfristigen Stärkung des Handwerksstandorts und zur engen Partnerschaft mit der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main sowie den Betrieben vor Ort. Das Programm wird in den kommenden Monaten finalisiert und soll sodann von Vertretern der Stadt und der Handwerkskammer unterzeichnet werden.
Bernhard Grieb, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH: „Der Erhalt und die Weiterentwicklung unserer Unternehmenslandschaft durch gelungene Unternehmensnachfolgen ist ein entscheidender Baustein für einen starken Wirtschaftsstandort. Mit der neuen Förderung schaffen wir einen zusätzlichen Anreiz, Handwerksbetriebe in Frankfurt zu übernehmen und weiterzuentwickeln. Das stärkt nicht nur die Betriebe selbst, sondern auch die Nahversorgung, die Ausbildungsleistung und die Vielfalt unseres Wirtschaftsstandorts insgesamt.“
Beantragung und Programmstart
Zum Startdatum des Förderprogramms wird die Wirtschaftsförderung noch gesondert informieren. Vorgesehen ist, dass die Antragsunterlagen ab Programmstart beim Wirtschaftsdezernat der Stadt Frankfurt am Main unter dezernat-wirtschaft@stadt-frankfurt.de angefordert werden können. Weitere Informationen zu den Fördermöglichkeiten und die Kontaktdaten zur Wirtschaftsförderung und zur Handwerkskammer erhalten Sie unter www.nachfolgehandwerk.de.





