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Manfred Jaklin: Mit Authentizität und Scharfsinn ans Ziel kommen
Authentizität kommt bei Kunden gut an – das weiβ Manfred Jaklin, Geschäftsführer der IPD Infosystem Production und Distribution GmbH aus Hannover. Seine Klientel weiβ es sehr zu schätzen, wenn er und sein Team sie berät und trainiert. Schlieβlich ist er selbst seit einem Unfall vor 30 Jahren blind und kann als Nutzer seine Produkte und Dienstleistungen für Sehgeschädigte am besten vermarkten. „Die IPD wurde 1995 als Beratungs- und Vertriebsunternehmen für Computersysteme gegründet. Neben handelsüblicher Hard- und Software liegt unser besonderes Augenmerk aber auf der Ausstattung von Arbeitsplätzen für Blinde und Sehbehinderte im privaten und dienstlichen Bereich. Dabei steht besonders die Beratung der Kunden durch qualifiziertes Personal, also Mitarbeiter, die selbst Blind sind, im Vordergrund. Dadurch ist es uns auch möglich, Hard- und Software auf ihre Tauglichkeit für den Einsatz bei unseren Kunden zu testen. Darüber hinaus bieten wir umfassende Schulungen für die gelieferten Anlagen. Außerdem sind wir zugelassener Hilfsmittellieferant der allgemeinen Orts- und Ersatzkrankenkassen“, erläutert Rechtsanwalt Manfred Jaklin sein Angebot. Eigentlich wollte der Jurist nach dem Abitur EDV studieren, doch die Intensität des Mathematik-Fachs entsprach nicht seinen Erwartungen. Infolgedessen entschied er sich für ein Jura-Studium, das ebenso auf sein Interesse stieβ. Während seines Referendariats im Oberlandesgericht Celle gründete er bereits eine Firma, die sich mit Datenbankentwicklung befasste – so kam er zurück zu seinem Steckenpferd… Es ergab sich auf natürliche Weise, dass er sich nach dem Abschluss in 1995 sofort in dieser Branche selbständig machte. Für einen Kredit „tricksen“„Nach drei Jahren waren wir gut aufgestellt und mein Geschäft lief. Im Prinzip müsste jeder Gründer nach drei Jahren seine Kosten decken, spätestens aber nach fünf Jahren. Selbstverständlich gibt es Aufs und Abs, sein Produkt oder Konzept wird nicht unbedingt gleich zum ‚Renner’, er muss aber davon überzeugt sein. Und er sollte die erforderlichen Qualifikationen sowie Know-how vorweisen aber auch ein stressresistenter Unternehmertyp sein, der nicht auf geregelte Arbeitszeiten verharrt“, meint der 46-Jährige. Durchhaltevermögen hatte er bereits von Beginn an bewiesen: Kreditinstitute wollten ihm keine Finanzierung gewähren, obwohl alle örtliche Bankberater selbst vom Konzept und Auftritt überzeugt waren. Die Zentrale würde es jedoch ablehnen, hieβ es. So war es auch, obwohl die Behinderung nie als Grund genannt wurde. Dann doch lieber die angeblich risikoreiche IT-Branche beschuldigen… „Zum Glück hatte ich einen Bekannten mit Connections in der Branche. Ich habe meine Finanzierung ganz offiziell erhalten, weil mein Businessplan nicht von der Zentrale genehmigt werden musste. D. h., die Summe sollte unter 50.000 DM liegen. Ich brauchte ursprünglich 60.000 DM. Also haben wir das Konzept etwas umgestrickt, um die Kosten anders aufzustellen“, schmunzelt Manfred Jaklin.
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